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Usbekischer Spezialitätentag an der Universität des Saarlandes

Wissen Sie, woher der Begriff „Algorithmus“ stammt? Und was ist mit der „Algebra“? Al Khorazmiy

Etwa vor dreizehnhundert Jahren lebte der Mathematiker und Astronom Muhammad al-Chorasmi (Al-Chwarizmi) (780-850), einer der Universalgelehrten der islamischen Welt, der zu zum Weltwissen einen großen Beitrag geleistet hat. Von seinem Namen leitet sich der Begriff „Algorithmus“ ab. Und der Begriff „Algebra“ führt uns zu seinem berühmten Werk „Kitāb al-muchtasar fi hisab al-dschabr wa-l-muqabala“. Dieses Werk wurde mehrmals ins Lateinische übersetzt und nahm großen Einfluss auf die Entwicklung der Mathematik. Al-Chorasmi wurde in Chiva geboren, einer 2500 Jahre alten Stadt, die zurzeit als Märchenstadt weltweit viele Touristen anzieht. Seinen Namen hat der Mathematiker aus der Bezeichnung seines Landes Chorasm, damals ein großes Reich und heute eine Verwaltungseinheit in Usbekistan, bekommen und bedeutet in etwa „der aus Chorasm stammend“.

Dieses und vieles mehr über die Geschichte und Gegenwart Usbekistans, über Kultur, Traditionen und Mentalität der Usbeken wurde während des usbekischen Spezialitätentages am Mittwoch, dem 30.Januar 2013, erzählt. Das Ereignis, das traditionsgemäß in der Mensa der Universität vom Zentrum für Internationale Studierende (ZIS) mithilfe von usbekischen Studenten organisiert wurde, zog die Aufmerksamkeit der vielen Studenten und Mitarbeiter der Universität auf sich. Die Besucher des reichlich ausgestatteten Info-Standes waren beeindruckt von den usbekischen nationalen Kunst- und Kulturgegenständen, Musik- und Tanzstücken, eigenartig gemusterten Seidenstoffen, sowie von der Präsentation der Fotos über Historie und Moderne Usbekistans.

Hier ist ein Videobeitrag über den usbekischen Spezialitätentag.

Einer der Mitinitiatoren der Veranstaltung und Mitarbeiter des ZIS, Yury Lyamin sprach über die Ziele und Besonderheit dieses Spezialitätentages:

    Yuriy Lyamin

„Wir haben heute eine besondere Veranstaltung, einen Spezialitätentag, den wir seit Wintersemester 1998 organisieren. Dieser findet jeden Mittwoch während der Vorlesungszeit an der Universität statt. Kurz gesagt wird ein Land kulturell und kulinarisch vorgestellt. Das alles findet statt dank Engagement und Interesse der Studenten, die bei uns an der Universität studieren. Zurzeit haben wir etwa mehr als 110 Nationalitäten. Wir freuen uns immer, wenn die Studenten ihr Land den deutschen und anderen ausländischen Studenten und Mitarbeitern näher bringen wollen, mehr über die Traditionen, über die Kultur und Essen erzählen und zeigen möchten.

Heute findet der usbekische Spezialitätentag statt. Besonderes muss ich hervorheben, dass der heutige Spezialitätentag dank Engagement und Initiative von Studenten aus Usbekistan – Samandar und Binafsha so gut gelungen ist. Sie haben sehr viel Zeit dafür investiert. Es wurden Videos mit Musik vorbereitet. Sehr schön war , der Infostand ausgestattet mit Postkarten, Infobroschuren, Flyer, mit Posters, mit typischen Kleidung. Wir haben schon viel positive Resonanz von unseren Freunden, Studenten und von Dozenten der Universität erhalten“.  

 

Palow2Ohne das königliche Gericht, Palow (Plov) ist ein usbekischer Kulturtag kaum vorstellbar. So wurde in der Mensa der usbekische Palow, ein traditionelles und beliebtes Gericht in Usbekistan, gekocht. Wir als Landesrepräsentanten, müssen zugeben, dass die Köchin Frau Kiefer ihre Aufgabe meisterhaft gelöst hat und einen rezeptgetreuen und schmackhaften Palow zustande brachte. Auf die Frage, ob es schwierig war, den Palow zu kochen, antwortete sie: „Schwierig nicht, aber aufwendig“.

 

Usbekistan PalowWir waren sehr gespannt darauf, wie der usbekische Palow einer deutschen Köchin aussieht. Frau Kiefer hat uns einen von drei Töpfen gezeigt, worin der usbekische Leckerbissen vorbereitet wurde. Das war aber kein Topf nach unseren Vorstellungen. Denn in Usbekistan kocht man größere Mengen von Palow in großen runden Töpfen. Aber in der Mensa standen wir vor einem riesen viereckigen Gefäß, das uns sofort an eine Schatzkiste aus den orientalischen Märchen erinnert hat. In der „Schatzkiste“ waren tatsächlich goldfarbiger Reis und Kichererbsen, rubinrote Karotten und schmackhaft duftende Gewürze – also eine königliche Speise. Wir haben Frau Kiefer gebeten, kurz über den Verlauf der Zubereitung zu erzählen:

 

SchatzkistePalow„Heute haben wir einen außergewöhnlichen Spezialitätentag. Ich musste mich ans Rezept halten. Das ganze haben wir 350 Mal gekocht. Hier sind 50 Kilo Lammfleisch drin, angebraten mit Zwiebeln, separat abgekochte Kichererbsen. Die Möhren sind auch frisch, die sind nicht irgendwie tiefgefroren, sondern frisch von unseren Frauen geschält. Davon gibt es dann drei Pfannen. Und das wurde heute Morgen schon um 07:30 alles angebraten und dann halt nach Rezept gekocht. Und ich hoffe, dass es schmeckt. Also für mich war es auch Premiere. Die Spannung ist groß, wie kommt es draußen an bei den Studierenden, die selbst aus dem Land kommen“.

 

Als Kenner der usbekischen Spezialität haben wir uns über den gut gelungenen Palow sehr gefreut. Nun hat uns interessiert, wie es bei anderen angekommen ist.

 BettinaHanstein

Bettina Hanstein Das hat wunderbar geschmeckt, sehr fein, sehr zartes Lammfleisch. Mit den Kichererbsen und Gewürzen hat mir sehr-sehr viel geschmeckt. Ich habe auch das Rezept bekommen. Ich werde versuchen, das zuhause nachzukochen. Könnte mir vorstellen, dass es auch meinen Kindern schmeckt, weil die gerne Kichererbsen essen.

 

 

KasachstanIch habe mich über die heutige Veranstaltung sehr gefreut“, sagt Jazira Daribayeva aus Kasachstan, „weil wir kulturell sehr nah aneinander stehen“. Sie erzählte weiter über ihre Reise nach Usbekistan:

Ich möchte auch hinzufügen, dass ich einmal in Usbekistan war. Das war im Jahre 2011. Es gibt dort viele alte Städte. Ich war in Taschkent und Samarkand, es hat mir sehr gefallen. Da gibt es viele Sehenswürdigkeiten. Ich würde Euch empfehlen, nach Usbekistan zu reisen.

 

 

Besonders erfreulich war für uns der Besuch aus der Botschaft Usbekistans in Berlin und dem usbekischen Generalkonsulat in Frankfurt. Die Mitarbeiter der Botschaft haben uns mit Informationsmaterialien wie Büchern, Broschuren, Zeitschriften über Usbekistan unterstützt. Nuriddin Mamajonov, Attaché für Kultur, Bildung, Wissenschaft und Umwelt der usbekischen Botschaft Berlin, betonte die große Bedeutung dieser Veranstaltung:

NuriddinWir bedanken uns bei den Organisatoren dieser Veranstaltung, als erstes bei der Universitätsleitung, dann bei unseren aktiven Studenten. Zur Vorstellung Usbekistans tragen sie erheblich bei und wir erwarten von ihnen noch aktivere Handlungen. Usbekistan hat viel Potential und wir sollten es der Welt zeigen. Wir besitzen in der Region nicht nur kulturell, sondern auch wirtschaftlich viele Kapazitäten. Aus diesem Grund müssen wir noch aktiver sein, die Möglichkeiten unseres Landes international noch mehr präsentieren und zeigen. Auf dem Weg der wirtschaftlichen Entwicklung und Prosperität muss jeder von uns einen eigenen Beitrag leisten, um neue Partner zu gewinnen.

Yury Lyamin, der Mitarbeiter des Zentrums für Internationale Studierende, äußerte seine Freude über den Besuch der Mitarbeiter aus der Botschaft Usbekistans und betonte die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen für die engere Zusammenarbeit im Bereich der Ausbildung:

Heute war auch was Besonderes bei diesem Spezialitätentag, das passiert auch nicht so oft, eher selten. Wir hatten einen Besuch von der Botschaft aus Berlin und dem Generalkonsulat aus Frankfurt. Das sind die Mitarbeiter, die extra zu dieser Veranstaltung in Saarbrücken eingereist sind, um den Studenten und die Universität kennenzulernen. Vielleicht kommt es zu einer Zusammenarbeit, weil bislang keine Kooperation zwischen der Universität des Saarlandes und einer Universität in Usbekistan besteht. Wenn es noch zu einer näheren Zusammenarbeit kommt, wäre das sehr schön und wir freuen uns darauf. Info-Stand * Dieser Beitrag wurde von Binafsha Kalandarova und Samandar Atoev, den Mitgestalter des usbekischen Spezialitätentags, vorbereitet.

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